Europäische Einstein-Teleskop-Gruppe diskutiert Fortschritte

Geschrieben von Martine

Obwohl der ESFRI-Antrag im September eingereicht wurde, haben die mehr als 700 beteiligten Wissenschaftler:innen viel zu tun. Letzte Woche diskutierten sie ihre Fortschritte während eines viertägigen Online-Symposiums.

Dieses Symposium findet etwa einmal jährlich mit wechselndem Veranstaltungsort statt. Letztes Jahr fand es auf Sardinien statt, und etwa 65 Forschende nahmen daran teil. Dabei diskutierten sie unter anderem einen Antrag, der in die europäische Roadmap für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI) aufgenommen werden soll.

Dieses Jahr fand das Symposium online statt und mehr als 700 Wissenschaftler:innen nahmen teil. Eines der Ziele war es, der gesamten Forschungsgruppe die Einzelheiten des ESFRI-Antrags mitzuteilen. Darüber hinaus wurden viele verschiedene Fragen im Zusammenhang mit der Realisierung des Einstein-Teleskops diskutiert. Dazu gehörten technische Details, die immer spezifischer werden, wissenschaftliche Entwicklungen, aber auch die Organisation. Auch die derzeit laufenden geologischen Untersuchungen der beiden möglichen Standorten wurden diskutiert.

Jessica Steinlechner ist Assistenzprofessorin für Gravitationswellen an der Universität Maastricht. Sie war eine der Vortragenden und nimmt seit 2012 an dem jährlichen Symposium teil. Sie bemerkte, dass sich das Symposium in verschiedener Hinsicht weiterentwickelt hat: „Es gab diesmal mehr Teilnehmer:innen und auch mehr Sitzungen. Dieses Jahr dauerte das Symposium 4 Tage, vorher nur 2 oder 3. Es war auffällig, dass sich mehr Organisationsstrukturen herausbilden als zuvor. Wir hatten mehr Teilnehmer:innen, die nicht aus dem Gravitationswellenfeld oder nicht aus Europa kommen, als bei früheren Treffen. Es war großartig, so viel Interesse am Einstein-Teleskop zu sehen und die Gemeinschaft wachsen zu sehen.“

Einer dieser Teilnehmer von außerhalb war der Geowissenschaftler Florian Amann von der RWTH Aachen. Er sagt: „Die neue Generation des Einstein-Teleskops erfordert eine multidisziplinäre Anstrengung, die über die typischen Bereiche der Physik hinausgeht. Aufgrund der Randbedingungen, Spezifikationen und Standortauswahlkriterien bietet das Projekt Geowissenschaftlern eine Vielzahl von Forschungsmöglichkeiten. Mein Interesse geht jedoch weit über mein eigenes Forschungsgebiet hinaus. Die Messung von Gravitationswellen an sich ist faszinierend, und ich möchte einen Beitrag dazu leisten, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen.“