Das E-TEST-Projekt: Die Euregio Maas-Rhein bereitet sich auf das Einstein-Teleskop vor

Geschrieben von Martine

Heute findet das Online-Kick-off-Meeting des Projekts E-TEST statt. Das Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen ihres Interreg V-A EMR-Programms unterstützt und von Wissenschaftlern der Universität Lüttich koordiniert. Das mit einem Budget von 15 Millionen Euro ausgestattete Projekt soll es dem Konsortium ermöglichen, im Grenzgebiet der drei Länder (Euregio Maas-Rhein) erste Studien über den Untergrund des vorgeschlagenen Standortes des Teleskops durchzuführen und einen noch nie zuvor gebauten Prototyp eines großen aufgehängten Spiegels bei Tiefsttemperatur zu bauen.

Pressemitteilung – 9. Oktober 2020 – Anlässlich des Online-Kick-off-Meetings des Interreg-Projekts V-A EMR E-TEST

Das E-TEST-Konsortium besteht aus 11 Partnern: ULiège, Fraunhofer ILT, RWTH Aachen, Universiteit Hasselt, KULeuven, Nikhef, UniBonn, NMWP, KNMI, Maastricht Universiteit und UCLouvain.

Die Kick-off-Veranstaltung des E-TEST-Projekts, die für das Frühjahr geplant war und wegen der Coronavirus-Krise verschoben wurde, fand am 9. Oktober 2020 online statt. 150 belgische, niederländische und deutsche Wissenschaftler und Unternehmen nahmen an dem Treffen teil.

Das Projekt E-TEST wird im Rahmen des Programms Interreg V-A Euregio Maas-Rhein durchgeführt, das mit 7,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird. Die andere Hälfte der Mittel kommt aus Wallonien, der Flämischen Region, der Provinz Belgisch Limburg, der Provinz Flämisch Brabant, Nordrhein-Westfalen, der Provinz Niederländisch Limburg und dem niederländischen Wirtschaftsministerium sowie aus Eigenmitteln der Projektpartner.

E-TEST: ein Zwei-in-einem-Projekt

Es gibt zwei Hauptgründe, warum das Einstein-Teleskop viel genauer sein wird als die bestehenden Gravitationswellendetektoren. Erstens wird es 250 m unter der Erde aufgestellt werden, um unerwünschte Störungen zu reduzieren. Zweitens wird das Einstein-Teleskop aus neuen und innovativen Technologien bestehen. Das Interreg-Projekt E-TEST deckt beide Aspekte ab

Der erste Teil des E-TEST-Projekts besteht aus einer eingehenden Untersuchung des Untergrunds mit Hilfe von Sensoren und Sonden, die in einer Tiefe von 300 Metern vergraben sind, um den Untergrund der Region zu kartieren und zu modellieren, um seine Stabilität zu gewährleisten. Diese Studie wird es ermöglichen, den Standort des Einstein-Teleskops zu konsolidieren und seine Konstruktion in der Region zu optimieren.

Links: Bodenuntersuchung, Rechts: 3D-Ansicht des Prototyps des kryogenen Schwebespiegels. Bild @CSL

Das zweite Teilprojekt besteht in der Entwicklung eines Prototyps eines großen Hängespiegels bei kryogener Temperatur, ein Prototyp, der so noch nie zuvor realisiert wurde. Dieser Prototyps wird es ermöglichen, die Technologien zu validieren, die die Empfindlichkeit des Einstein-Teleskops für niederfrequenten Gravitationswellen, die durch die Verschmelzung sehr massiver Schwarzer Löcher erzeugt werden, erheblich verbessern könnten. Der Prototyp wird im Lütticher Raumfahrtzentrum (CSL) entwickelt werden.

Im Projekt E-TEST entwickeln Partner aus Forschung und Industrie gemeinsam neue Technologien. Die Installation im Raumfahrtzentrum Lüttich ergänzt die Forschung, die mit dem FuE-Labor ETpathfinder in Maastricht durchgeführt wird. Der Hauptunterschied besteht darin, dass ETpathfinder ein vollständiges Interferometer baut, mit dem die Interaktion zwischen verschiedenen Teilsystemen getestet werden kann, während sich das Projekt E-TEST auf spezifische Konzepte konzentriert.

Mehr Informationen zum Projekt

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des E-TEST-Projekts.