Subventionen für Fortsetzung Bodenuntersuchungen bewilligt

Landscape Limburg
Geschrieben von Martine

Erst vor kurzem haben erste Messungen bestätigt, dass der Limburger Untergrund für das sogenannte Einstein-Teleskop „ruhig genug“ ist. Nun sind auch die europäischen Subventionen für die Fortsetzung der Untersuchungen bewilligt worden. Unter der Leitung der Universität Lüttich werden 11 Institute aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden den Untergrund in der Euregio Maas-Rhein weiter inventarisieren. Außerdem werden sie an einem kryogenen Spiegel für das Einstein-Teleskop in Originalgröße arbeiten.

Von Grundwasser bis zum „Dreieck“

Die Bodenuntersuchungen starten Anfang 2020 und werden Ende 2022 abgeschlossen. Die Forscher arbeiten an einem unterirdischen Monitoringsystem und einem Modell. Damit können sie Aspekte wie den Grundwasserspiegel und mögliche Erdbeben in der Region genau überwachen und vorhersagen. Aus der Untersuchung soll außerdem hervorgehen, an welchem Standort das Einstein-Teleskop am besten aufgestellt werden kann. Dazu bedarf es eines gleichschenkligen Dreiecks mit 10 km langen Seiten in etwa 200 bis 300 Meter Tiefe. Faktoren, die dabei eine Rolle spielen, sind unter anderem die Art des Untergrunds, die Stabilität des Bodens und Grundwasserschwankungen an relevanten Stellen.

Frank Linde, Projektleiter von Nikhef für das Einstein-Teleskop, ist begeistert: „Es ist großartig, dass dieses Projekt anerkannt wurde. Damit können wir die Umsetzung unserer Bestrebungen weiter vorantreiben und den optimalen Standort für das Einstein-Teleskop im Dreiländereck bestimmen.“

Frédéric Nguyen ist Professor für angewandte Geophysik an der Universität Lüttich. Er erklärt, warum diese Untersuchung notwendig ist: „Tiefenbohrungen und groß angelegte geophysikalische Untersuchungen sind kostspielig. Die Informationen über den Untergrund sind dadurch in der Regel lückenhaft. Nicht nur hier, sondern an vielen Orten Europas und in der ganzen Welt. Darum entwickeln wir Initiativen, um den Untergrund besser zu erforschen.“

Er berichtet außerdem, was die Untersuchung insgesamt gesehen ergeben wird: „Wir werden neue Einblicke in die Geologie, das Grundwasser und die seismischen Umstände gewinnen. Das ist für die Gesellschaft sehr wichtig, denn der Untergrund liefert in signifikanter Größenordnung viele natürliche Ressourcen wie Wasser, Mineralien und Energie. Darüber hinaus kann der Untergrund große ziviltechnische Anlagen beherbergen. Mit dieser Untersuchung können wir geologische Risiken verringern, zum Beispiel die mit Erdbeben verbundenen Risiken.“

Innovativer Spiegel

Die bewilligten Gelder sind unter anderem auch für die Innovation von Gravitationswellendetektoren vorgesehen. Die Institute werden nach verbesserten Spiegeln, Vakuumanlagen und Schwingungsdämpfern forschen. In Lüttich wird dazu ein Siliziumspiegel für das Einstein-Teleskop in Originalgröße nachgebaut. Die gekühlten Siliziumspiegel sind im Vergleich zu den bestehenden Gravitationswellendetektoren eine enorme Verbesserung. Sie sind weniger anfällig für Rauschen und steigern damit die Genauigkeit. Der Bau erfolgt ergänzend zu den im Forschungs- und Entwicklungslabor ET Pathfinder geplanten Untersuchungen.

Partner in Deutschland, Belgien und den Niederlanden

Die Untersuchungen werden von einem Konsortium aus 11 Partnern aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden unter der Leitung der Universität Lüttich durchgeführt. Dabei handelt es sich um: die Université de Liège, die RWTH Aachen, die UHasselt, die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, die NMWP Management GmbH, die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., die KU Leuven, Nikhef, KNMI, UCLouvain und die Universität Maastricht. Als Satelitenpartner sind die Université Libre de Bruxelles, die Vrije Universiteit Brüssel, die UGent, die Universität Antwerpen und die Université de Mons beteiligt. Daneben haben zahlreiche deutsche, belgische und niederländische Unternehmen ihre Unterstützung der Initiative zugesagt.

Das Budget für das genehmigte Projekt umfasst 15 Millionen Euro. Etwa Die Hälfte davon besteht aus bewilligten Interreg-Subventionen. Es wird erwartet, dass der andere Teil nach einem letzten Validierungsschritt bestätigt wird. Die Beiträge kommen vom niederländischen Wirtschaftsministerium, Nordrhein-Westfalen, der Provinz Flämisch-Brabant, der Provinz Belgisch-Limburg, der Provinz Niederländisch-Limburg, Flandern und Wallonien.

 

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